Urlaubsparadies Mauritius erstickt nach Havarie im ÖL

Wieder ein Tanker-Unfall auf hoher See, wo die Umwelt und die Tiere verseucht und getötet werden. Diesmal vor Mauritius, dem Inselparadies im Indischen Ozean. Ein japanischer Frachter namens „MS Wakashio“ ist auf ein Riff nahe der Mini-Insel „Ile aux Aigrettes“, die etwa 1 Kilometer vor Mauritius liegt, aufgefahren. Ein Tank ist dabei aufgerissen und läuft aus. Ein riesiger Ölteppich umgibt mittlerweile die gesamte Insel und tötet alles Leben ab. Im Kampf gegen die Ölpest, die verheerende Folgen hat, kämpfen die Einwohner von Mauritius mit Eimern und Not-Barrieren aus Zuckerrohrblättern, aber der giftige Ölschlamm wälzt sich nach und nach bis an den Inselstrand vor.

Schon vor 2 Wochen am 25.Juli, war der Ölfrachter gekentert, als er auf der Fahrt von Singapur nach Brasilien aufgelaufen war. Der gewaltige Frachter kippte um, und riss auf einer Seite komplett auf, so dass etwa 1.000 Tonnen Dieselöl auslaufen konnten und die blaue Lagune verseuchten. Giftige Dämpfe und ein ätzender Schlamm töten alles, was dort lebt und wächst. Schlimm dabei ist, dass die Insel Ile aux Aigrettes seit 1987 ein Naturreservat ist, das von der Maurtitian Wildlife Foundation MWF betreut wird. Man geht davon aus, dass der Kapitän des Frachters zu nah an die Insel herangefahren ist, was nicht erlaubt ist. Viele bedrohte Arten wie die Alda-Riesenschildkröte und die rosa Taube müssen um ihre Laich- und Brutplätze fürchten. Die Anwohner sind verständlicherweise wütend und beschuldigen die Regierung der Untätigkeit, zumal in den letzten Jahren bereits vier Schiffsunfälle an ähnlicher Stelle vorgekommen waren. Zwar beginnt der Reeder des Frachters aus Japan nun, einen effektiven Schutzzaun aufzubauen und das Öl abzupumpen, aber tausende Tiere sterben bis dahin und die Flora und Fauna wird nachhaltig zerstört. Die Region unter Regierungschef Pravind Jugnauth hat den Umwelt-Notstand ausgerufen und ruft nach internationaler Hilfe, zu der sich Frankreich bereits bereit erklärt hat, denn ein ganzes Paradies ist in Not und muss geschützt werden.

Skandalös bei der Sache ist, dass das gestrandete Schiff erst einmal liegengelassen wurde, bevor man Maßnahmen initiierte. Diese kamen aber, wie man nun weiß, viel zu spät. Tausende Helfer kämpfen mittlerweile gegen das auslaufende Öl, denn der Frachter hat insgesamt 3.800 Tonnen Dieselöl geladen. Wenn die auch noch komplett auslaufen, wird es eine Umweltkatastrophe geben. Das versucht man zu verhindern, obwohl die Möglichkeiten begrenzt sind. Es müssen viele Maßnahmen per Hand durchgeführt werden, um beispielsweise die Federn der betroffenen Seevögel zu reinigen. Die japanische Reederei Nagashiki Shipping tut zwar was sie kann, aber alles scheint nur Stückwerk in kleinen Inselparadies im indischen Ozean. Bedroht sind nicht nur die Strände, sondern auch Korallenriffe an der Küste, die zu den schönsten der Welt zählen. Bisher sind alle Versuche, das Öl über Hubschrauber von Bord zu holen, aufgrund des schlechten Wetters gescheitert. Doch schließen kann man das große Leck im Rumpf des Schiffes nicht, so dass nach neuen Lösungen Ausschau gehalten wird. Bislang sei glücklicherweise erst ein Tank des auf Grund gelaufenen Frachters gerissen, sagte Vikash Tatayah von der Mauritian Wildlife Foundation, der bei der Bewältigung der Krise mithilft. Es könne aber zu weiteren Rissen und größeren Ölaustritten kommen, so dass es sinnvoller wäre, das Öl vorher abzupumpen. Mittlerweile umhüllt eine riesige Dunstwolke aus Gestank und Giftgasen das Eiland, so dass die Helfer mit Atemschutzmasken agieren müssen. Wie lange der Ölteppich auf dem Wasser schwimmen wird, ist ungewiss, ebenso wie die Tatsache, dass tausende Tiere ihr Leben lassen werden, dazu zählen neben Fischen auch Krabben und Seevögel. Der Inselstaat Mauritius mit rund 1,3 Millionen Einwohnern liegt vor der Küste Madagaskars im Indischen Ozean. Er ist bei Touristen wegen seiner Strände, Korallenriffe und reichhaltigen Tierwelt sehr beliebt und wird mit großem Aufwand als Naturschutzzone aufwendig geschützt und gepflegt. Doch was nützt das alles, wenn ein Tanker durch Havarie seine Ladung verliert?